Travel FOMO überwinden in 5 Schritten – BIG5

Travel FOMO überwinden in 5 einfachen Schritten – heute wichtiger denn je!  Du leidest an Travel FOMO, also der „Fear of Missing Out“ beim Reisen, an einer zu langen Bucket Liste? Du fühlst dich damit überfordert und völlig unentspannt?  Damit bist sicher nicht alleine! Travel FOMO sollte nicht deinem Lebensglück im Weg stehen. Lerne mit den klassischen BIG5 Schritten von JOURNICATION, wie du die Choice Overload – die überwältigende Vielzahl an Möglichkeiten –  und Travel FOMO besiegen und dadurch entspannter und bewusster reisen kannst.

Was lernst du in diesem Artikel?

Leidest du auch unter Travel FOMO?

Auf der ganzen Welt gibt es ja sooooo viele Reiseziele, so viele spannende Orte zu entdecken. Aber wie soll man die denn jemals alle bereisen?

Wer träumt nicht davon, als digitaler Normade oder Reise Blogger ununterbrochen um die Welt zu reisen und klischeehaft mit dem fancy Laptop vom Poolrand zu arbeiten. Doch für viele – mich selbst eingeschlossen – sieht die Realität anders aus: Der jährliche Urlaub und das Budget sind begrenzt.

Vielleicht hast du auch eine Bucket Liste, auf der du deine ganzen Ideen sammelst. Und die Ideen kommen überall her: Aus Erzählungen von Freunden und Bekannten, dem Schaufenster des Reisebüros, aus dem Fernsehen, Social Media. Kein Tag vergeht, an dem man nicht mit inspirierenden Bildern oder Beiträgen konfrontiert wird.
Ich reise viel und konnte bereits viele Ideen verwirklichen. Aber: Meine Liste wird im Laufe der Jahre stetig… länger! Ja, du liest richtig. Ich erlebe das Phänomen, dass trotz vieler Reisen die Liste eher länger wird als kürzer…

Wohin geht die nächste Reise? Die große Auswahl verwirrt viele bei der Planung

Ja, das bin ich. Und auch ich leide unter Travel FOMO – klare Diagnose.

Mit den vielen Möglichkeiten wächst die Travel FOMO

Und immer ist da die Angst, etwas einzigartiges, etwas unvergessliches zu verpassen, nicht dabei gewesen zu sein. Was genau das ist, ist für jeden unterschiedlich. Der Sonnenuntergang auf Santorin mit Pool und leckerem Drink? Die Party in Cancun? Eine Gondelfahrt in Venedig? Über die Chinesische Mauer laufen?
Am liebsten alles noch dieses Jahr, aber… So viele Ideen, so wenig Zeit. Und das macht unentspannt, macht Reisen zu einer ToDo Liste, die abgearbeitet werden muss.

Und seien wir ehrlich: ToDo Listen abarbeiten mag keiner so wirklich… Ich habe tatsächlich gegooglet, ob es mittlerweile einen Fachbegriff für „die Angst vor zu langen ToDo-Listen“ gibt. Leider bisher erfolglos. Bis ich eines Besseren belehrt werde, spreche ich hier von der ToDo-List-Phobie.

Und so liegt sie da und macht uns unentspannt, die ToDo Liste oder Bucket Liste, wie sie speziell für Reisen oder besondere Erlebnisse von einigen genannt wird.
Immer hast du das Gefühl etwas zu verpassen – klassischer Fall von FOMO…

Was ist Travel FOMO?

Der Begriff FOMO, die „Fear Of Missing Out“ wurde vom ehemaligen Harvard-Studenten Patrick J. McGininis im Jahr 2004 geprägt.

Es geht um den Zustand einer mentalen oder emotionalen Belastung, ausgelöst durch die „Angst, etwas zu verpassen„. Laut dem Cambridge Dictonary ist FOMO, also „Angst, etwas zu verpassen“: ein besorgtes Gefühl, dass du aufregende Ereignisse verpassen könntest, zu denen andere Leute gehen, besonders verursacht durch Dinge, die du auf sozialen Medien siehst.

Dieses Gefühl ist nicht neu, sondern ist evolutions-biologisch tief in uns verwurzelt: Anthropologisch gesehen liegt es einfach in unserer Natur, an immer mehr Erfahrungen teilhaben zu wollen. Wenn wir nicht teilnehmen, laufen wir Gefahr von der Gruppe zurückgelassen zu werden. Also scheint alles aus einer evolutionären Perspektive durchaus vernünftig.
In unserer heutigen Gesellschaft nimmt jedoch der Druck stark zu – zumindest gefühlt.

Travel FOMO überwinden – heute wichtiger denn je

Nie in der Menschheitsgeschichte wurde so vieles dokumentiert. (Handy-) Kameras sind im Alltag allgegenwärtig und nehmen alles auf, was nicht bei 3 auf den Bäumen oder vom Teller verschwunden ist – sei ehrlich, wann hast du zuletzt dein Essen vor dem ersten Bissen erstmal fotografiert statt einfach den tollen Geschmack genossen?

Durch die Sozialen Netzwerke verbreiten sich die Bilder in Echtzeit um den ganzen Globus. Ich kann den ganzen Tag äußerlich glücklich wirkende Menschen an tolle Orten „begleiten“, in die Karibik, auf die Brooklyn Bridge oder ins tiefste Afrika. Und wo bin ich gerade? Im Bus zur Arbeit – na toll! Dabei möchten wir doch auch diese tollen Erfahrungen machen, nichts verpassen, was es da draußen tolles zu erleben gibt.

Wir setzen uns selbst diesem Druck aus, bewusst oder unbewusst. Tag für Tag. Und der Druck wird größer und größer. Zu viele Möglichkeiten. Zu viele potentielle Ziele. In Fachkreisen spricht man von „Choice Overload„. Wenn ich das eine tue, verpasse ich etwas anderes… es ist zum verrückt werden. Für manche leider nicht nur buchstäblich.

Travel FOMO: Besiege die Angst beim Reisen etwas zu verpassen

Travel FOMO hat negative Auswirkungen…

… auf das Reiseziel und die Umwelt

Tolle Fotos werden in den Sozialen Medien gepostet und weiter geteilt. Immer mehr „Influencer“ springen auf den Zug auf. Und zack steht das Ziel auf der Bucket Liste von vielen vielen Reisenden weltweit. Durch die gebündelte und schlagartig ansteigende Aufmerksamkeit von bestimmten Reisezielen kann so viel vom ursprünglichen Charme und der Authentizität verloren gehen. Alles wird für die Touristen umgebaut und hergerichtet. Ursprüngliches geht verloren.

Die Umwelt wird vielerorts rücksichtslos zerstört, denn die Touristen bringen Geld und Arbeitsplätze.

Viele Orte sind so überlaufen, dass es schon mehr in Stress als in das schöne Urlaubserlebnis ausartet. Für einen Tag in Dubrovnikoder einen Tag in der Bucht von Kotor richtet man sich beim Besuch besser nach dem Zeitplan der Kreuzfahrtschiffe und sucht darin Lücken, um die Sehenswürdigkeiten halbwegs in Ruhe genießen zu können.

Inspiration für neue Orte ist schön, aber führt zwangsläufig zu einem gewissen Herdentrieb – mit negativen Folgen für Einheimische und Umwelt.

… auf dein Lebensglück

Permanent zu sehen, was andere tolles erleben – und dabei selbst gerade nur zuhause zu sitzen. Da kann die „Inspiration“ von Freunden und Sozialen Medien schnell in Frustration umschlagen. Die Bucket Liste wird länger und länger, alles wird immer unentspannter. So viele Orte gibt es noch zu besichtigen, wie soll man das denn alles schaffen? Und dieser und jener hat schon viel mehr Länder und coole Städte gesehen.. ohje.

Diesen Wettlauf gewinnst du nicht. Es gibt immer andere, die mehr erreicht haben. Und das kann auf Dauer richtig unzufrieden und unglücklich machen.

Wie kann man also die Travel FOMO besiegen?

Travel FOMO überwinden – die BIG5 Schritte

Vergleiche dich nicht mit anderen

„Vergleichen ist das Ende allen Glücks“

Dieses Zitat des dänische Philosophen Søren Kierkegaard trifft auf alle Lebensbereiche zu, nicht nur auf das Reisen. Aber auch hier ist das Vergleichen nicht förderlich für deine Zufriedenheit und Ursache für die Travel FOMO.

Du schaust dich um, in der Stadt, im Gespräch mit Freunden, auf dem Smartphone. Mit Social Media war es nie einfacher wie heute. Du siehst, was andere tolles machen, welche spannenden Orte sie besuchen, wie viele Länder sie schon bereist haben. Was zunächst motivierend und inspirierend wirken kann, schlägt dann schnell in Frustration um. Denn egal, wie viel Zeit und Geld du investierst:

Es gibt immer jemanden, der mehr Länder bereist hat, länger unterwegs war und die cooleren Bilder in seinem Feed hat. Völlig egal, wie viele Punkte du noch von deiner eigenen Liste abhaken kannst.

Die „Bucket Liste“ wird immer länger und länger – ich muss zugeben auch meine eigene! Ich selbst bin da ein richtiger Kandidat für, habe selbst schon viel gesehen und erlebt. Aber gehe ich auf Instagram, sehe ich, was sonst noch alles so möglich ist. Abenteuerliche Reisen durchs tiefste Afrika, monatelange Touren mit dem ausgebauten Camper Van, ein Leben als SurfllehrerIn in Portugal… Herrje, ist mein Leben langweilig. NEIN, ist es nicht!

Denn es geht überhaupt nicht um die anderen! Es geht um dich, um deine Erlebnisse. Um die Erfahrungen, die dir persönlich wichtig sind – egal, was die anderen tun!

Vergleiche dich höchstens mit dir selbst

Mit deinem Stand vor einem Jahr. Oder vor fünf Jahren. Was hast du seit dem erreicht? Wie hast du dich weiterentwickelt?

Also aufhören, sich mit anderen zu vergleichen – definitiv leichter gesagt als getan! Hilfreich dafür ist der nächste Schritt:

Welches Reiseziel ist das beste für mich? Zu viel Auswahl...

Travel FOMO überwinden: Beantworte dein WARUM

Reise für dich, nicht für die anderen und ein möglichst exotisches Instagram-Profil. Die Reise sollte nicht primär dafür sein, andere zu beeindrucken. Das ist recht ähnlich zu Status-Symbolen.

„Sie kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen, mit Geld, das sie nicht haben.“

Das berühmte Zitat von Richard David Precht lässt sich ohne weiteres auf eine Reise übertragen. Aus der teuren Uhr wird so schnell das Foto vor dem Eiffelturm, in der Schaukel auf Bali oder im Infinity-Pool auf Santorin.

Wenn du den Fokus bei einer Reise nicht auf die Fotos von berühmten Sehenswürdigkeiten oder die besten Insta-Spots richtest, was bleibt dann? Wofür reist du?

Was ist dein großes WARUM?

Was fühlt sich für dich gut an? Wann bist du auf einer Reise voll in deinem Element? Sind es die spannenden Eindrücke von neuen Kulturen? Das köstliche Essen, das du zuhause so niemals bekommen wirst? Der Adrenalin-Kick bei abenteuerlichen Aktivitäten? Einfach mal abschalten vom Alltag? Diese Fragen wirst du je nach deinen aktuellen Umständen und Rahmenbedingungen immer mit einem etwas anderen Fokus beantworten. Aber entscheidend ist, sie zu stellen!

Denn das ist die Grundlage für den nächsten Schritt:

Hinterfrage auch deine aktuelle Bucket Liste

Schau dir nun mit dieser neuen Klarheit deine bestehende Bucket- oder Ideen-Liste für Reisen genauer an. Was steht darauf?

Stell dir nun die entscheidende Frage:

Warum steht es dort?

Weil andere es als „Musst du unbedingt gesehen haben“ titulieren? Oder steckt ein eigenes, starkes WARUM dahinter?

Travel FOMO erzeugt lange Bucket- und Check-Listen fürs Reisen

Vielleicht lässt sich so die Liste etwas ausdünnen, bevor wir zum nächsten Schritt übergehen:

Travel FOMO überwinden: Priorisiere mit Bedacht

Es gibt so viel zu sehen und zu erleben! Selbst mit viel Zeit und Geld wird es beliebig schwierig, alles (was auch immer für dich „alles“ ist) zu bereisen. Die Lösung: Priorisieren.
Dabei hilft dir die Vorarbeit aus Punkt 2. Du solltest für dich die Frage nach dem WARUM klar beantwortet haben, um die vielen Punkte auf deiner Bucket Liste in eine klare, für dich sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

Ich persönlich habe meine Reise-Ideen-Sammlung in verschiedene Kategorien sortiert:

  • Nach Dauer (Kurz- / Wochenend-Reise bzw. Städtetrips, 1-, 2-, 3- Wochen
  • Nach Bedarf: Brauche ich gerade…
    • Erholung?
    • Abenteuer?
    • Neue Perspektiven und Ansichten?
    • Neue Kontakte?

Mit einer klaren Priorisierung vermeidest du, dass du während einer Städtereise gehetzt von Fotospot zu Fotospot rennst, obwohl du eigentlich Entspannung vom stressigen Alltag suchst und besser das Wellness Hotel in den Bergen gebucht hättest. Oder statt von abenteuerliche, fremde Orte zu entdecken mit einer Gondel voller Touristen durch die Kanäle Venedigs schipperst – nur weil es ja als „muss man mal gemacht haben“ auf der Bucket Liste vieler Reisenden steht.

Es ist ihre Bucket Liste, nicht deine! Man wird nicht glücklich, indem man das Leben von anderen kopiert.

Sammle Geschichten, keine Zahlen

Das wirklich spannende an Reisen sind die vielen kleinen und großen Geschichten über das Erlebte, die du mit nach Hause bringst. Und das hat nichts mit Zahlen zu tun.

Niemand interessiert so wirklich, wie viele Länder du gesehen hast, wie viele Busse du dort genommen hast. Die Fragen werden immer schnell konkret: „Was hat dir am besten gefallen?“ oder „Was war das verrückteste, was du dort erlebt hast?“. Niemand interessiert sich für den Bus, der pünktlich nach Fahrplan von A nach B gefahren ist. Aber die Geschichte vom stundenlangen ungewissen Warten an irgendeiner Kreuzung im Dschungel und die rumplige Fahrt inklusive Reifenpanne werden weder du noch deine Zuhörer vergessen.

Balkan Roadtrip: Best Rakija Friends forever - Radovan & Philipp

Eine der schönsten Momente während über 3 Wochen Balkan Rundreise war die Begegnung mit dem Einheimischen Radovan in den Hügeln über der Bucht von Kotor, der mich spontan auf einen selbstgebrannten Rakija eingeladen hat. War das irgendwie geplant oder stand auf meiner Bucket-Liste? Sicher nicht… aber trotzdem ein toller Augenblick – auch ganz ohne Englisch.

Lerne, die Reise bewusst zu genießen und dich dabei auf die Punkte deines WARUM zu konzentrieren. Also immer wieder zu hinterfragen:
Was macht für mich in diesem Moment eine gute Reise aus?

Mach die Reise nicht zu einer weiteren ToDo Liste. Die Gefahr besteht tatsächlich, ich selbst bin ein super Kandidat dafür – einfach die Büro-ToDo-Liste gegen eine Reise-ToDo-Liste tauschen. Ort und Fokus ändern sich, der unterschwellige Stress wahrscheinlich nicht… und das ist definitiv nicht Sinn der (Reise-) Sache.

Reise bewusst, lass dir Zeit, sammle spannende Geschichten…

…nicht nur hastig geschossene Bilder und Haken auf Listen. Das ist der Weg, Travel FOMO überwinden zu können.

 

Du bist sicher nicht der einzige der unter „Travel FOMO“ leidet und in diesem Artikel lernst du, wie du sie besiegen kannst.
Hier sind nochmal die BIG5 Schritte im Überblick:

  • 1) Vergleiche dich nicht mit anderen
  • 2) Beantworte dein WARUM
  • 3) Hinterfrage auch deine aktuelle Bucket Liste
  • 4) Priorisiere mit Bedacht
  • 5) Sammle Geschichten, keine Zahlen

 

Travel FOMO überwinden, wie schaffst du es? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

 

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